„Ein Versprechen, das selbst der Tod nicht brechen konnte“

 

 

Sie lächelte zögernd. „Zum Bleiben? Hier gibt es nichts, außer Bäumen und Geschichten.“

„Manchmal,“ sagte er, „sind Geschichten mehr wert als Städte.“

Von diesem Tag an trafen sie sich oft.
Elisabeth brachte Brot und frische Äpfel, Johann erzählte von Orten, die sie nie gesehen hatte – von fernen Bergen, vom Klang der Trommeln, von Nächten, in denen nur der Himmel über ihm wachte.
Sie lachten, sprachen, schwiegen, bis der Mond über den Baumwipfeln stand.

Eines Abends, als der Sommer sich dem Ende neigte, saßen sie an einem alten Stein.
Die Luft war still.
Johann nahm ihre Hand – vorsichtig, als wäre sie aus Glas.

„Ich muss fort, Elisabeth,“ sagte er. „Der Krieg ruft. Aber ich schwöre dir – wenn der Herbst wiederkehrt, komme ich zurück. Ich will dich wiedersehen, egal was geschieht.“

Sie sah ihn an, ihre Finger zitterten.
„Viele Männer schwören, aber der Wind trägt ihre Worte fort,“ flüsterte sie.

„Dann soll der Wind meine Worte dir bringen,“ erwiderte er. „Jeden Morgen, wenn du ihn spürst, weißt du, dass ich lebe.“

Er küsste sie.
Ein stiller, tiefer Kuss, der alles sagte, was Worte nicht konnten

 

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